top of page

Definition - Was ist Trauma

Trauma und Psyche verstehen.

Man kann nicht über etwas diskutieren, über das man keine klare Definition hat. In der klassischen Therapiewelt gab es viel zu lange keine klare Definition, was Trauma wirklich ist. Dies bedeutet auch, dass der Begriff viel zu locker verwendet wird. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass unterschiedliche wissenschaftliche Bereiche sich dem Thema widmen. Und so gibt es leider noch nicht die eine allgemeingültige Definition.

Grundsätzlich umschreibt der Begriff Trauma ein äußerst belastendes Ereignis, das von der betroffenen Person nicht verarbeitet werden kann und mehr oder weniger stark anhaltende seelische Auswirkungen zur Folge haben kann.


Definition Trauma nach der IoPT (Identitätsorientierten Psychotraumtheorie)


Nachstehend Schlüsselworte, die ein Trauma definieren:


  • Überwältigung: die Situation wird als vollkommen unkontrollierbar erlebt.

  • Hilflosigkeit: wir erleben äußerste Ohnmacht.

  • Lebensbedrohung: wir müssen befürchten, die Situation möglicherweise nicht zu überleben

  • Spaltung: da die Stressprogramme, die wir zur Verfügung haben (fliehen oder kämpfen), die Situation für uns nicht auflösen, sondern sogar noch verschlimmern, spaltet unsere Psyche in einem letzten verzweifelten Versuch zu überleben, die gesamte verheerende Erfahrung ab und gibt im Extremfall den Bezug zum eigenen Ich gänzlich auf.

  • Jedes Ereignis, bei dem die Erfahrung eines Opfers alle genannten Kriterien erfüllt, ist ein Trauma. Als Traumatherapeut benutze ich das Wort „Opfer", denn in der Situation, wo das Trauma passiert, sind wir Opfer.

  • Ein weiterer wichtiger Punkt, um Trauma zu verstehen: Starker Stress oder Trauma; was ist der Unterschied?

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Definitionen und die Theorie der IoPT mit den Jahren immer mehr verbreiten wird.


Eine Situation wird dann zum Trauma, wenn unsere sämtlichen Ressourcen für die Stressbewältigung versagen.

  • Aktivierung aller körperlichen Ressourcen

  • Massen von Stresshormonen werden ausgeschüttet

  • das Herz beginnt zu rasen

  • plötzlich ungeheure Mengen an Energie verfügbar

  • je größer der Stress, desto stärker die Aktivierung

Dies alles, um uns jene Handlungen zu ermöglichen, die zu unserer Rettung notwendig sind: Angriff oder Flucht (Fight or flight).


Leider kann unser Organismus einen derart aktivierten Zustand nur kurzfristig aushalten, andernfalls könnte es lebensgefährlich werden; das Herz würde versagen.


Notabschaltung der Stressprogramme: Um uns vor Herzversagen zu schützen, schaltet das psychosomatische System plötzlich um in einen Zustand von extrem geringer Aktivität. Schockstarre (Erstarrung) ist eine Trauma-Notfallreaktion (Freeze).

Comments


bottom of page